Partnerschaft für Demokratie Werra-Meissner-Kreis

Zwölf Ortsvorsteher/innen und ein Bürgermeister aus dem Werra-Meißner Kreis folgten der Einladung der Fach- und Koordinierungsstelle „Partnerschaft für Demokratie“ der Jugendbildungsstätte Ludwigstein und nahmen am 08.12.2015 am Fachworkshop „Flucht, Asyl und Integration“ in Eschwege teil.

Im Grußwort dankte Landrat Stefan Reuß den Teilnehmenden für ihr Interesse und informierte über die neueste Entwicklung und die Flüchtlingszahlen. Er wies auf die außergewöhnliche Krisensituation im Nahen Osten als eine der zentralen Fluchtursachen hin. Diesen Aspekt griff Referent Michael Glameyer auf, der aktuelle Studien der „Stiftung Wissenschaft und Politik“ zitierte, die einen „Zerfall des Nahen Ostens wie wir ihn kennen“ prognostizieren. Es bestand Einigkeit darüber, dass die Bandbreite der Fluchtursachen weit über diesen einen Krisenherd hinausreicht: „Welche Rolle spielt der Waffenhandel, die Gier nach immer mehr Öl, die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich? Wo bleibt die europäische Verständigung und Solidarität in diesen Tagen? Wie ist es möglich, dass sich junge Menschen, die in Europa geboren und aufgewachsen sind, der Terrororganisation IS anschließen?“ Diese Fragen der Teilnehmenden machten deutlich, dass sich das komplexe Thema zwischen ‚Tür und Angel‘ nicht wirklich konstruktiv diskutieren lässt. Dabei ist das gestiegene Interesse der Bevölkerung sich an der politischen Diskussion zu beteiligen, positiv zu bewerten. Dabei ist es auch menschlich und legitim, wenn hier Sorgen um die eigene Zukunft eine Rolle spielen.

Veranstalter Stephan Sommerfeld betonte, dass man die Bürgermeister und Ortsvorsteher bei der Entwicklung geeigneter Formate und Angebote unterstützen und sie bei ihrer Rolle vor Ort stärken wolle: „Ihre Stimme vor Ort hat Gewicht und wir freuen uns über Ihre aktive Teilnahme an Veranstaltungen wie dieser, wo es auch um die Frage geht, wie das Thema im Landkreis kommuniziert wird und wir die Bürger bei ihrem großen Engagement weiterhin begleiten können.
Als Praxishilfe wurde den Teilnehmenden ein speziell für diesen Workshop entwickelter Baukasten als Powerpoint-Datei sowie als Handout zur Verfügung gestellt. Dieser systematisiert und fächert als Denkgerüst das hochkomplexe Themenspektrum in Gesetze, Analysen, Konfliktursachen, religiöse Grundlagen, politische Programme, Stimmungen vor Ort und Vorschläge einer demokratischen Kommunikations- und Debattenkultur. Ein Leitfaden zur Moderation entsprechender Themenabende und Diskussionsprozesse auf Dorf- und Stadtteilebene sowie Literaturtipps mit weiterführenden Links zum Thema rundeten das Angebot ab. Zukünftige Seminare dieser Art sind auch im nächsten Jahr geplant.