Auf Einladung des Landkreises fand am 10.07.2015 in Eschwege das Auftaktseminar der „Arbeitsgruppe Migration und Integration“ statt, an der etwa 100 Personen teilnahmen. Anlass war die Einrichtung der Koordinationsstelle „WIR“ zur Förderung der Willkommenskultur, in der Frau Julia Kapinus zukünftig als Ansprechpartnerin im Werra-Meißner-Kreis mit einer Fülle von Unterstützungsangeboten fungiert.


Einführung durch Landrat Stefan Reuß

v.l.: Michael Glameyer, Julia Kapinus, Ilona Friedrich
Fotos: Jörg Klinge

Nach der Einführung durch Landrat Stefan Reuß stellten die teilnehmenden Akteure von Kirchen, Projekten, Organisationen, Vereinen und Bildungseinrichtungen, Kommunen und der Kreisverwaltung ihre jeweiligen Aktivitäten und den Bezug ihrer Einrichtung zum Thema vor. Die so entstehende und von Moderator Michael Glameyer visualisierte Integrationslandkarte vermittelte eine gute Übersicht der aktuellen Situation.
In einem nächsten Schritt wurde in 5 Arbeitsgruppen die inhaltliche Basis für den Masterplan erarbeitet, der bis Mitte kommenden Jahres entstehen soll. Frau Ilona Friedrich, Leiterin Fachbereich Jugend, Familie, Senioren und Soziales, und Frau Julia Kapinus erläuterten hierzu die Arbeitsschritte, die vom Landkreis intensiv begleitet werden.

Der Austausch über die Fragen, was eigentlich eine Willkommenskultur ausmacht, wieso Respekt schon bei der Sprache wichtig ist und wir besser von „Flüchtlingen“ oder „Neu-Einheimische“ sprechen, als von „Asylanten“ ist ein guter Anfang.

Das wichtigste Ergebnis überhaupt war aber sicherlich festzustellen, wie positiv die Grundstimmung bei der Bevölkerung ist und wie stark und vielfältig das Engagement ist, die Flüchtlinge freundlich aufzunehmen und ihnen dabei zu helfen, sich zurechtzufinden. Es bestehen viele kompetente Angebote zum Erlernen der deutschen Sprache, zur Ausbildung und zur Förderung der beruflichen Integration.
Darüber hinaus zeigt sich, dass Integration keine Einbahnstraße ist und wieviel es auch für uns „Alteingesessene“ zu lernen gibt. „Wir gelten mit unseren neuen Mitschülern aus Syrien und Eritrea als die lustigste Klasse der Schule“ hieß es da - oder „Ersatz-Omas für junge Flüchtlinge zu sein macht uns wirklich viel Freude“.

Keine Frage: unser Landkreis ist im Begriff, sich zu verjüngen. Die „Neuen“ bringen neue Ideen, eine neue Kleiderordnung und Fröhlichkeit und Fähigkeiten mit. Je mehr wir uns wechselseitig miteinander wohlfühlen, umso eher wird der Weg, den wir gemeinsam zu gehen begonnen haben, ein guter sein. Auch wenn es irgendwann einmal gilt, die eine oder andere schwierige Situation oder Herausforderung gemeinsam zu bewältigen.

Dies ist sicherlich auch eine Botschaft an jene, denen es nicht leicht fällt, sich dieser neuen Erfahrung zu öffnen.